WANDERFREIZEIT DES JÜLICHER EIFELVEREINS 2015

13. - 20. September 2015

Naturpark Kellerwald / Edersee


Wanderwoche in der Heimat der Gebrüder Grimm


Im Naturpark Kellerwald/Edersee verlebte eine kleine Gruppe des Eifelvereins Jülich angesichts der ansprechend umgebenden Natur eine abwechslungsreiche Wanderwoche. Von locker bis anspruchsvoll betrugen die Wanderungen zwischen 13 und 17 km, wobei durch das Gelände bedingt doch täglich zwischen 250 und 450 Höhenmeter zu bewältigen waren. Die verlockend am Wegesrand stehenden Streuobstbäume mit diversen Apfelsorten luden oftmals zum Verkosten ein. Zumeist führten die Tagesrouten über Teile des Urwaldsteiges und des Eder-Höhenweges, fast ausnahmslos auf lauschigen Waldwegen durch hohe und alte Buchen- und Eichenbestände. Ab und an durften die Wanderer sich auch im Hindernislauf üben, denn auf den schmalen Wegen durch den Buchenwald stießen sie immer wieder auf umgestürzte Bäume, die über- oder unterklettert werden mussten.

Fritzlar beeindruckte mit seinem Dom und den schön gestalteten Fachwerkhäusern in der Altstadt. Im Kloster Haina ist seit einem halben Jahrtausend aufgrund einer Stiftung ein Hospital für psychisch und geistig behinderte Menschen untergebracht, das von einem Unternehmen des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen geführt wird. An der Klostermauer steht noch das Haus der Familie Tischbein, deren bekanntester Sohn das weltberühmte Bild malte, das Goethe als Reisenden vor antiken Ruinen zeigt.

Die Wanderung nach Bad Wildungen führte auf schmalem, wildromantischem Weg ins Sonderbachtal und überraschte mit steil abfallenden bzw. aufsteigenden Hängen und kleinen und größeren Wasserfällen und mit mehreren Feuersalamandern am Wegesrand. (Lange schallt’s im Walde noch: Salamander lebe hoch!)

Trockenen Fußes über den Edersee? Möglich ist dies über die alte Brücke Asel-Süd, die bis Anfang August normalerweise völlig im Wasser des Sees verschwindet. Um die Weser schiffbar zu erhalten, wird regelmäßig Wasser aus der Eder-Talsperre benötigt. Der Schiffsverkehr auf dem Edersee richtet sich infolgedessen jeweils nach dem Wasserstand.

In Bergfreiheit konnte ein ehemaliges Kupferbergwerk besichtigt werden. Ein Mitarbeiter des betreibenden Museumsvereins vermittelte sachkundig interessante Informationen zur Geschichte des Bergbaus in dieser Gegend und lüftete auch das Geheimnis, warum das Dorf auch „Schneewittchendorf“ heißt. Die von Statur kleinen Bergarbeiter schützten bei der schweren Arbeit ihren Kopf mit „Zipfelmützen“ aus Filz und der Eigentümer des Bergwerks wurde bei Inspektionen oftmals von seiner schönen Tochter begleitet.

Märchenhaft war nicht nur das sonntägliche Frühstücksbuffet im Landhotel Kern in Bad Zwesten, in dessen geschmackvoll gestalteten Themenzimmern die Teilnehmer hervorragend untergebracht waren. Das Kaminzimmer war nach dem schmackhaften abendlichen Essen mit kulinarischen Hochgenüssen aus der Küche auch ein ansprechender Rahmen für den Vortrag einer märchenhaften Geschichte, den eine der Damen des gastlichen Hauses in hessischer Mundart zu Gehör brachte.

Die Teilnehmer schauen zurück wie die Märchen beginnen: Es war einmal ...

Verluste gab es höchstens bei den Kalorien, stellenweise verloren gegangene Konzentration kehrte zurück und die Kondition der Teilnehmer erfuhr eine erfreuliche Steigerung.


Helga Dreßen
Medienwartin
im September 2015

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