100-Jahr-Feier-EV-J-Ehrung-2009
100 Jahre

„Frisch Auf!" ins zweite Jahrhundert

Eifelverein Jülich feiert 2009 sein Jubiläum

Gegründet wurde die Ortsgruppe Jülich des Eifelvereins am 19. Januar 1909 vom damaligen Bürgermeister Wilhelm Vogt als Wander- und Heimatverein. So versteht sie sich bis heute. Aus bescheidenen Anfängen hat der Verein sich vor dem Hintergrund wechselvoller raum- und zeitgeschichtlicher Faktoren zu einer starken Gemeinschaft entwickelt, die seit 100 Jahren einen festen Platz im kulturellen Leben der Stadt Jülich und darüber hinaus des gesamten Eifelvereins einnimmt. Ende Dezember 2008 zählte die Ortsgruppe 480 Mitglieder, darunter 34 Jugendliche.

Seit 1995 bietet der Eifelverein Jülich jährlich rund 190 Veranstaltungen an, die von 5000-6000 Teilnehmern angenommen werden. Den Hauptanteil bilden die Wanderungen, die allesamt das Ziel verfolgen: „Natur erleben und Natur bewahren." Die Tradition setzen insofern die eifrigen Sonntagswanderer fort, als bereits die Wanderungen der Gründerjahre ausschließlich an Sonn- und Feiertagen stattfanden. Die Mittwochs-Nachmittagswanderer haben in den letzten 25 Jahren das größte Wandererkontingent gestellt. Zunächst nur als Kurzwanderungen „Rund um Jülich" für Senioren während des Sommerhalbjahres eingeführt, sind die Halbtagswanderungen am Mittwochnachmittag längst ganzjährig zum festen Bestandteil des Veranstaltungsprogramms geworden - kurze Wanderstrecken, bei denen hauptsächlich Geselligkeit gepflegt wird. Radwanderungen in der wärmeren Jahreszeit erfreuen sich großer Beliebtheit und finden guten Zuspruch. Außerdem unternimmt der Verein in jedem Jahr mehrtägige Wanderreisen, die - da vereinsintern geplant, organisiert und von erfahrenen eigenen Wanderführern durchgeführt - auch für jedermann erschwinglich sind.

Den aktiven Naturschutz fördert der Verein besonders in der seit 11 Jahren bestehenden Familiengruppe. Als Heimatverein beteiligt er sich mit einem ausgesuchten Programm am Veranstaltungsangebot der Stadt. Viele Jahre lang erfreuten sich Lichtbildervorträge über die engere Heimat und über ferne Länder und Kulturen großer Beliebtheit, heute sind es vor allem die Vereinsabende im Advent sowie Exkursionen zu besonderen Zielen, die viel Zuspruch erfahren.

Kooperationsbereitschaft und sozialer Einsatz zeichnen den Jülicher Eifelverein seit Jahrzehnten aus. In Zusammenarbeit mit dem Sozialamt des Kreises Düren und den Vereinen des Stadtteils Koslar organisiert er von Zeit zu Zeit Wanderungen für Menschen mit und ohne Behinderung. Auch für ältere, oft sehr einsame Menschen ist der Eifelverein ein wichtiger Partner. Betagte Neubürger, die ihren Lebensabend in Jülich verbringen, schätzen ihn als willkommene „Anlaufstelle" zur Kontaktaufnahme. Bei stressfreier Bewegung in der frischen Luft erkunden sie das Landschaftsbild der Heimat im Kreise Gleichaltriger.

Großen Wert legt die Ortsgruppe seit jeher auf überregionale und vereinsinterne Kontaktpflege, die auch über die aktive Zeit des Wanderns hinausgeht. Runde und halbrunde Geburtstage ab 75 sind willkommene Anlässe zu persönlichen Grußadressen und ab 80 zu Hausbesuchen. Es ist beeindruckend, dabei zu erfahren, wie groß Freude und Begeisterung bei hochbetagten Wanderfreunden sind, wenn die Rede auf vergangene glückliche Wandertage und Wanderreisen kommt.

Im Laufe von 100 Jahren haben den Eifelverein Jülich insgesamt 10 Vorsitzende geleitet, davon vier in den letzten 25 Jahren. Wenn Willi Pelzer im Vergleich zu seinem Vorgänger das Amt des 1. Vorsitzenden auch „nur" 12 Jahre (1982-1994) ausgeübt hat, zusammen mit der vorangegangenen 26-jährigen Tätigkeit als Wanderwart erscheint es gerechtfertigt, von der „Ära Pelzer" zu sprechen. Sie ist in besonderer Weise gekennzeichnet durch Rückbesinnung auf die zentrale Bedeutung des naturnahen Wanderns in den schönen Eifellandschaften. Unter seiner Leitung vollzog sich der Übergang von weltweiten Reiseunternehmungen zum landschaftsgebundenen Fahrtenprogramm innerhalb des deutschsprachigen Raumes. Nicht von ungefähr wählten ihn die Jülicher Wanderfreunde schon ein Jahr nach Amtsübergabe zum Ehrenvorsitzenden. Als solcher begleitet er die Arbeit des Vorstandes weiter aktiv mit seiner reichen Erfahrung. In Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste um den Eifelverein wurde ihm 2004 durch Verleihung der Goldenen Verdienstnadel die höchste Auszeichnung des Hauptvereins zuteil.

Auf den Tag 87 Jahre nach Gründung wurde mit Susanne Lehmann zum erstenmal eine Frau an die Spitze des Vereins gewählt. Die Nachwahl war erforderlich geworden, weil Adolf Brockob, der vormalige 1. Vorsitzende, sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nach knapp zweijähriger Tätigkeit zur Verfügung stellen musste. Hervorgetreten war Susanne Lehmann 1995 durch Gründung der zweiten Mittwochs-Tagesgruppe, als steigende Teilnehmerzahlen bei den seit 1973 zunächst im 14-tägigen Rhythmus stattfindenden, immer beliebter werdenden Mittwochswanderungen die Einrichtung einer zweiten Tagesgruppe erforderlich machten, so dass sich seitdem die beiden Gruppen im wöchentlichen Wechsel auf Wanderschaft begeben. In unermüdlichem Einsatz hat Susanne Lehmann ab 1996 eine Jugendgruppe geformt, die sich großer Beliebtheit und allgemeiner Wertschätzung erfreut. Als jüngster Spross der Jülicher Eifelvereinsfamilie folgt diese einem Programm, das dem Tatendrang und der Erlebnisfreude von Kindern und Jugendlichen Rechnung trägt. Respekt vor der Natur zu vermitteln und sie durch persönlichen Einsatz zu bewahren, sind die angestrebten Ziele aller Unternehmungen, speziell abgestimmt auf die Bedürfnisse von Eltern bzw. Großeltern mit Kindern und Jugendlichen. Das gemeinsame Erkunden und Erleben von Natur und Heimat soll begeistern und Freude wecken. Die Teilnehmerzahlen an den Jugend- und Familien-Veranstaltungen belegen, dass der Eifelverein hier einen wertvollen Beitrag zur Jugendarbeit der Stadt Jülich erbringt. Nach siebenjähriger Erfolgsarbeit bat Susanne Lehmann um Entpflichtung vom Amt der 1. Vorsitzenden, um sich der zukunftweisenden Aufgabe der Familien- und Jugendarbeit intensiv widmen zu können.

Ihr Nachfolger wurde nach zweijähriger „Vorbereitung" im Amt des 2. Vorsitzenden der langjährige Heimat- und Kulturwart Bernd Flecke. Sein erklärtes Ziel ist es, den Eifelverein Jülich auf den durch seine Vorgängerin und Vorgänger gelegten Grundlagen so weiterzuentwickeln, dass er auch im 21. Jahrhundert bestehen kann. Dies zu gewährleisten heißt Weiterführung bewährter Strukturen und behutsame Einleitung von Modernisierungsmaßnahmen. Hierbei unterstützen ihn die bei den Vorstandswahlen im Januar 2006 in ihre Ämter wiedergewählten Wanderfreundinnen Susanne Lehmann (Jugendwartin und stellv. Vorsitzende), Gisela Riedel (Geschäftsführerin), Aenne Kerz (Schatzmeisterin) und Helga Dreßen (Medienwartin), weiterhin Werner Becker (1. Wanderwart), Günter Lock (2. Wanderwart), Anton Königstein (Naturschutz- und Wegewart) und als Beisitzer Willy Schuster und Walter Bähr. Die Vorstandsriege vervollständigen seit der Hauptversammlung im Januar dieses Jahres als 3. Beisitzer Wolfgang Lang und als Heimat- und Kulturwartin Marlis Liesen.

Die aus der Organisation und Durchführung des Wanderbetriebes einschließlich der vereinsintern praktizierten Kontaktpflege erwachsenden Aufgaben bleiben für den Eifelverein Jülich nur in Teamarbeit und durch flankierenden Einsatz moderner digitaler Hilfsmittel leistbar. Das verlässliche „Gedächtnis" des Vereins ist die Vereinskartei, die seit 2003 einen zeitgemäßen Partner in Gestalt einer speziell auf die Bedürfnisse der Verwaltung des Jülicher Eifelvereins abgestellten Software erhalten hat. Seit Jahrzehnten unentbehrliche, weil alle Mitglieder erreichende Informationsquelle ist der Wanderplan. Zusammen mit den dankenswerterweise allwöchentlich in der Lokalpresse veröffentlichten Vereinsaktivitäten wird die aktuelle Information der Vereinsmitglieder auf herkömmlichem Wege sichergestellt.

Durch Freischaltung ihrer Homepage ist die Ortsgruppe seit Mai 2007 im Internet vertreten und präsentiert sich dort der Öffentlichkeit „weltweit" in Wort und Bild.

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  • 2-100-Jahr-Feier-EV-J-Jubiliare-2009
  • 3-100-Jahr-Feier-EV-J-Jugend-2009
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