1-100-Jahr-Feier-EV-J-Verleihung-2009
Festakt zur 100 Jahrfeier
der
OG Jülich
in der
Zitadelle


„Frisch auf!" ins zweite Jahrhundert - 100 Jahre OG Jülich

„..... des Wunderbaren in Menge" lautete der Titel des Festvortrages; er sollte Programm für die gesamte Jubiläumsveranstaltung anlässlich  des 100-jährigen Bestehens der OG Jülich im festlich geschmückten und bis auf den letzten Platz besetzten Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums Zitadelle am 22. März 2009 werden.

Bereits der reiche Flaggenschmuck der Zitadelle, darunter die auf dem Wall über der Süd-Poterne aufgezogene Fahne des Eifelvereins, kündigte Besonderes an. Nach dem musikalischen Auftakt durch ein Bläserensemble des Collegium Musicum konnte der Vorsitzende des Jülicher Eifelvereins Bernd Flecke zahlreiche Ehrengäste begrüßen, unter ihnen Landrat Wolfgang Spelthahn, MdL Josef Wirtz, Bürgermeister Heinrich Stommel, den Schirmherrn des Jubiläums, sowie seitens des Eifelvereins Hauptvorsitzenden Dr. Hans Klein und Bezirksvorsitzenden Josef Hüttemann.

Aus der eigenen Ortsgruppe begrüßte er stellvertretend und namentlich Frau Paula Berns als ältestes anwesendes Mitglied mit 93 Jahren und den Ehrenvorsitzenden Willi Pelzer. Besonderer Dank gebühre diesem für das wunderbare Mundart-Geschenk „Päddjestredder: Hondertjöhrisch!", das als 2855. „Jülicher Verzäll" termingerecht am Vortag des Festaktes veröffentlicht wurde.

In seiner Ansprache stellte Bernd Flecke klar, dass der heute 480 (darunter 34 jugendliche) Mitglieder zählende Eifelverein Jülich sich unter Beibehaltung seines Gründungsstatus als Heimat- und Wanderverein auch nach 100 Jahren wechselvoller Zeitgeschichte noch als aktive Gemeinschaft mit festem Platz im Vereinsleben der Stadt und des gesamten Eifelvereins präsentiere. Er würdigte dies als Leistung von Generationen bei fortwährender Pflege gemeinsamen Gedankengutes im Bekenntnis zum Wert des Wanderns in Gemeinschaft, zu Heimatpflege und Naturschutz, zu Jugend- und Familienarbeit. Als zeitlos gültige Erkenntnis hielt er fest: „Wandern ist Balsam für Körper und Seele, weil es der Weg ins ‚Freie' ist.

"Einfühlsam brachte der RWE-Chor Eschweiler unter Leitung von Chordirektor Ernst M. Simons zwei Chorsätze von Felix Mendelssohn-Bartholdy nach Texten von Joseph von Eichendorff zu Gehör, bevor  Bürgermeister Stommel namens des Rates und der Stadtverwaltung Jülich zum Jubiläum gratulierte. Er rief markante Abschnitte der Vereinsgeschichte in Erinnerung und hob das besondere Engagement des Jülicher Eifelvereins hervor, der bei jährlich rund 180 Veranstaltungen in den letzten 5 Jahren zusammen etwa 30.000 Teilnehmer verzeichnete. Die Arbeit der Vorstandsmitglieder im Jubiläumsjahr stellte er besonders heraus.

Mit einem Instrumentalsatz für Violine bereitete Oberstudiendirektor Kreiner, am Klavier begleitet von Inge Duwe, die Überreichung der Eichendorff-Plakette des Bundespräsidenten durch Landrat Spelthahn musikalisch vor. Der Landrat erläuterte die Voraussetzungen zur Verleihung der 1982 vom damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens gestifteten Plakette und gratulierte mit herzlichen Worten zu dieser höchstrangigen Auszeichnung für Wandervereine.

Hauptvorsitzender Dr. Klein überbrachte die Glückwünsche der großen Eifelvereinsfamilie. Wer wandert, erkennt die Gesetze der Natur, die Sprache, die Landschaft und auch die Gemeinschaft, die wir selbst gestalten müssen, hob er hervor. Dazu gelte es auch die junge Generation zu gewinnen.

Bezirksvorsitzender Hüttemann gratulierte namens aller Ortsgruppen des Bezirks. Mit seinem Dank für die gute Zusammenarbeit verband er die Zuversicht, dass der Verein auch ein weiteres Jahrhundert mit Leben füllt.

Eine besondere vereinsinterne Ehrung erfuhr Wanderfreund Willy Schuster. Der Vorsitzende Bernd Flecke überreichte ihm im Rahmen der Feier die Ehrenmitglieds-Urkunde. Die Ortsgruppe bedankt sich damit für seinen unermüdlichen Einsatz und seinen Ideenreichtum, besonders für 36 große Wanderfahrten, die er geplant, organisiert und durchgeführt hat. Mehr als 1500 Wanderfreunden wurden so die Naturschönheiten im deutschsprachigen Raum „vom Meer bis zum Alpenschnee" erschlossen.

Geschäftsführerin Gisela Riedel sowie Wanderführerin Renate Lammertz und Wanderführer Manfred Schüller erhielten vom Bezirksvorsitzenden Hüttemann die Grüne Verdienstnadel. Wegen ihrer herausragenden Verdienste um die Jugendarbeit und ihrer Initiative zur Gründung einer 2. Mittwochs-Tagesgruppe zeichnete Hauptvorsitzender Dr. Klein die vormalige Vorsitzende Susanne Lehmann mit der Silbernen Verdienstnadel aus. Die Kinder und Jugendlichen gratulierten „ihrer Susanne" mit Rosen und bereicherten das Festprogramm mit ihrem fröhlich vorgetragenen Lied: „Susanne ist 'ne Wandersfrau ...".

Eingerahmt von romantischer Bläsermusik und einem erfrischenden Wanderlieder-Potpourri stellte Guido von Büren in seinem Festvortrag unter der viel versprechenden Überschrift „... des Wunderbaren in Menge" - Johann Wilhelm Schirmer, Jülich und die Eifel - anhand ausgewählter Darstellungen einprägsam das Lebenswerk und die künstlerische Entwicklung des in Jülich geborenen Landschaftsmalers vor. der zu den ersten und künstlerisch bedeutendsten Entdeckern der Eifel als eigener Kulturlandschaft gehörte. Seine Naturverbundenheit, Liebe zur engeren Heimat und Bewunderung der schönen Eifellandschaften haben den berühmten Sohn der Stadt geradezu zum „Vor-Wanderer" des Eifelvereins gemacht. Wir können uns heute daran erfreuen, dass er uns mit seinen Zeichnungen,  Aquarellen und Gemälden „des Wunderbaren in Menge" hinterlassen hat.

„Wer recht in Freuden wandern will" erklang als gemeinsames Schlusslied, bevor alle Festteilnehmer zu einem Umtrunk eingeladen waren.

Aus Anlass des Gründungsjubiläums überreichte die Ortsgruppe ihren Mitgliedern als Dankes- und  Erinnerungsgabe eine gehaltvolle, 96-seitige Festschrift.

Dem Fazit im Bericht der Lokalzeitung kann man sich unbedenklich anschließen: „Mit 100 ist der Eifelverein Jülich noch in den allerbesten Jahren". 

Helga Dreßen Medienwartin OG Jülich

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